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Yoga ohne Voraussetzungen

Warum du nichts können musst, um zu starten


Sitzendes Portrait von Yogalehrerin Lene Tabatabaei

Viele Menschen fühlen sich vom Yoga angezogen. Gleichzeitig halten ihre Zweifel sie davon ab, einen Kurs zu besuchen. Sie glauben, sie seien zu unbeweglich, zu unsportlich oder nicht ruhig genug im Kopf. Diese Gedanken sitzen oft so fest, als wären sie Fakten. Genau hier beginnt das Missverständnis. Yoga verlangt keine Voraussetzungen. Yoga beginnt immer genau da, wo du bist.


Typische Gedanken vor dem ersten Yoga-Kurs - und warum sie dich nicht definieren


In Nachrichten und Gesprächen höre ich oft Sätze wie

„Ich bin total unbeweglich.“

„Ich habe seit Jahren keinen Sport gemacht.“

„Ich habe Übergewicht. Ist Yoga dann überhaupt für mich?"

„Ich habe eine künstliche Hüfte.“

„Ich kann mich nicht konzentrieren und nicht meditieren.“


Diese Aussagen wirken wie endgültige Urteile über den eigenen Körper und Geist. Sie entstehen aus alten Erfahrungen, aus Vergleichen mit anderen oder aus der Annahme, man müsse erst etwas leisten, bevor man einen Raum wie Yoga „verdient“.


Yoga setzt genau hier an. Nicht als Training für eine perfekte Figur oder besondere Fähigkeiten. Sondern als Praxis, in der du lernst, wahrzunehmen statt zu bewerten.


„Yoga ist das Zur-Ruhe-Bringen der Bewegungen des Geistes.“ – Patanjali


Yogalehrerin Lene Tabatabaei übt den Sidestretch

Dieses Zitat beschreibt klar, worum es im Kern geht. Nicht um Flexibilität. Nicht um Kraft. Sondern um eine innere Haltung.


Wenn du denkst, du seist „zu viel“ oder „zu wenig“, befindest du dich im Kopf. Im Vergleich. Im Urteil. Yoga lädt dich ein, das kurz zur Seite zu legen und zu spüren, was gerade da ist, ohne ein Urteil darüber zu fällen.


Yoga ist kein Leistungssport

Dein Körper führt, nicht die Asana


In meinen Kursen sage ich oft: Asanas sind Angebote an deinen Körper. Nicht andersherum. Du lernst, in dich hineinzuhören. Du lernst, Grenzen zu respektieren. Du lernst, Bewegungen anzupassen, statt dich in eine Form zu zwingen.


Beispiele aus der Praxis


Balasana/Kindeshaltung

Der eine legt die Stirn am Boden ab. Die andere lässt die Knie näher zusammen. Der dritte stützt den Kopf auf den Händen ab. Alle drei üben dieselbe Haltung. Jeder auf seine Weise.


Vorbeuge im Stehen

Eine Teilnehmerin berührt den Boden. Eine legt die Hände auf die Schienbeine. Eine nutzt Klötze. Keine Version ist „besser“. Alle sind passend.


Herabschauender Hund

Jemand bleibt fünf Atemzüge. Eine andere geht sofort wieder raus. Beides ist richtig. Beides ist Yoga.


Yogini in Shavasana-Position

Wenn du in deinem Körper ankommst, wird klar: es geht um Wahrnehmung. Nicht um Form.


Warum ich den Begriff „Anfänger“ nicht gerne verwende


Wir begegnen uns in jeder Stunde neu. Was dein Körper heute braucht, hat mit gestern oft wenig zu tun. In Leveln zu denken, erzeugt Druck. Und es suggeriert, dass man "besser" sei, wenn man eine körperlich forderndere Praxis beherrscht. Yoga ist kein Weg von A nach B. Yoga ist ein Prozess, der nur im Jetzt stattfindet.


Indra Devi sagte einmal

„Yoga is a way to freedom.“


Frei wird aber nur der Mensch, der sich löst von Vorstellungen, wie er sein müsste.


Selbstabwertung ist kein Yoga


Viele sagen

„Yoga ist nichts für mich. Ich kann nicht ruhig werden.“


Das ist genau der Punkt. Niemand muss ruhig sein, um zu üben. Yoga ist eine Einladung, die Unruhe wahrzunehmen. Nicht als Fehler, sondern als Zustand.


Wenn du sagst „Ich kann das nicht“, dann bewertest du dich. Yoga übst du aber ohne Bewertung. Du atmest. Du fühlst. Du beobachtest. So entsteht echte Präsenz.


Yoga im Alltag: Es braucht keinen perfekten Moment


Viele glauben, Yoga fände nur auf der Matte statt. Meine Erfahrung zeigt das Gegenteil.


Ein Beispiel:

Du merkst im Alltag, dass dein Nacken fest ist. Du atmest bewusst ein und aus und lässt die Schultern sinken. Das ist Yoga.


Ein anderes Beispiel

Du spürst, dass du dich innerlich hetzt. Du hältst für zwei Atemzüge inne. Das ist Yoga.


Ziel ist nicht, etwas „gut“ zu machen. Ziel ist, im Kontakt mit dir zu bleiben.


„Es gibt nur einen Moment, in dem du leben kannst – dieser hier.“ – Thich Nhat Hanh


Wenn du dich auf dich einlässt, verändert sich viel. Im Yoga geht es genau darum: Dich wahrzunehmen, ohne dich zu korrigieren. Dich zu akzeptieren, ohne dich klein zu machen. Und Schritt für Schritt freundlicher mit dir zu werden. Das Wunderbare daran: Es verändert auch, wie du mit deiner Umwelt interagierst und entspannt dein Verhältnis zu anderen Menschen.


Yogini im Drehsitz

Meine Einladung an dich


Leg die Vorstellungen ab, wie Yoga aussehen muss. Hör auf, dich zu vergleichen. Atme. Nimm wahr, was da ist. Dein Körper zeigt dir, was heute möglich ist. Du musst nichts erfüllen.


Wenn dich Yoga ruft, dann komm. Du bist richtig, genau so. Genau jetzt.


Yoga-Studio Lene Tabatabaei in Meckenheim



 
 
 

1 Kommentar


Brigitte Koppe
vor einem Tag

Wie schön ,du Yoga erklärt,das inspiriet mich mehr Yoga zu leben,danke Lene,


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